Arezzo – Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Arezzo Kirche

Die Stadt hat ihren Ursprung von den Etruskern. Die mächtigsten etruskischen Städte waren im Zwölfstädtebund vereint. Die politische Organisation der Etrusker hatte Stadtstaaten hervorgebracht. Um 600 v. Chr. entstand der Zwölfstädtebund. Zudem gehörte Arezzo, das seit dem 4. Jahrhundert Bischofssitz (Bistum Arezzo-Cortona-Sansepolcro) war, Grafensitz in langobardischer und karolingischer Zeit. Später wurde die Region vom Markgrafen der Toskana beherrscht.

Die etruskische Vergangenheit lässt sich durch Artefakte belegen, um deren Ausgrabung Archäologen noch heute bemüht sind. Es ist gerade so, als hätten die Etrusker ihre Spuren sorgfältig verwischt. Wie glanzvoll ihre Handwerkskunst war, ist dennoch ans Licht gekommen. Nicht zuletzt deshalb, weil die Gewerke in Arezzo noch immer auf diesen Traditionen beruhen. Herausragend ist nicht nur die Schmuckindustrie, auch die Bekleidungsherstellung nimmt einen großen Stellenwert ein.

Gerade die Sehenswürdigkeiten aus anderen Zeitepochen machen die Stadt besonders attraktiv.

Der Dom von Arezzo

Da ist beispielsweise der Dom, die Cattedrale die Santi Pietro e Donato (Duomo San Donato). Er ist eines der größten Gotteshäuser in der Region Toskana. Auf Weisung von Papst Innozenz III. wurde mit dem Bau eines Doms in der Stadt im Jahr 1278 begonnen. Vordem gab es einen ersten Dom nur außerhalb der Stadtmauern. Die Kathedrale wurde 1511 fertiggestellt. Nach Plänen von Dante Viviano erhielt sie ihre heutige Fassade zwischen 1900 bis 1914.

Der Dom ist schon von Weitem sichtbar, wenn man nach Arezzo fährt. Er steht an höchster Stelle, lockt Besucher an und gewährt einen beeindruckenden Blick in die Umgebung. Das äußere Erscheinungsbild des Doms wirkt schlicht. Seine eigentliche Schönheit offenbart die Kathedrale, wenn der Besucher ins Innere kommt. Hohe Glasfenster runden die Erhabenheit dieser gotischen dreischiffigen Basilika ab, die ein Muss ist, wenn es den Reisenden nach Arezzo verschlägt. Die Atmosphäre im Dom ist überwältigend und die Glasmalerei aus den Jahren 1516 bis 1524 mit dem siebenteiligen Fensterzyklus von Guillaume de Marcillat (1467/70 bis 1529) vollendet den Eindruck stilvoll. Die Innenausstattung des Doms wurde von unterschiedlichen Handwerkskünstlern geschaffen. Der Taufstein erhielt seine Reliefs von Meistern der Donatello-Werkstatt. Das Chorgestühl hat Giorgio Vasari (1511 bis 1574) im Jahr 1554 beigetragen. Er war Architekt und Hofmaler der Medici. Durch seine Dokumentationen über zeitgenössische Künstler erwarb er sich den Ruhm als einer der ersten Kunsthistoriker. Auf ihn geht auch der Begriff „Gotik“ zurück, den er jedoch nicht wertfrei, sondern abschätzig in der Architektur verwendete.

Weitere sehenswerte Kirchen

Ebenfalls eine bedeutende Kirche in Arezzo und zugleich ein charakteristisches Beispiel für eine „einfache“ Bettelorden-Kirche ist die Kirche San Francesco, deren zehnteiliger Freskenzyklus „Legende vom Wahren Kreuz“ im 15. Jahrhundert von Piero della Francesca (1420 bis 1492) geschaffen wurde. Damit erlangte die Kirche überregionale Bekanntheit. Francesco war ein italienischer Maler der Frührenaissance, Kunsthistoriker und Mathematiker. Die Kirche, die sich innerhalb der Stadtmauern befindet, wurde zwischen 1318 bis 1377 nach Plänen von Frau Giovanni da Pistoia gebaut. Der Campanile wurde im 17. Jahrhundert ergänzt.

Das wichtigste Bauwerk der Hochrenaissance in Arezzo ist die Santissima Annunziata, kurz Annunziata genannt. Sie war im frühen 16. Jahrhundert vollendet worden.

Petrarcas Wiege stand in Arezzo

Das mutmaßliche Geburtshaus des Dichters, Humanisten und Gelehrten Francesco Petraca (1304 bis 1374) – das Casa del Petrarca – zeigt eine Ausstellung seiner Werke und zählt unbedingt zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt, an denen ein Kunstinteressent nicht vorbeigehen sollte.

Vasari-Museum- und Architektur

Kunstliebhaber werden das Vasari-Museum schätzen. Es steht in der Via Domenica. In jenem Haus wurde der Architekt, Maler und Künstlerbiograph Giogio Vasari 1511 geboren. In seinem Geburtshaus befindet sich heute ein Museum mit mehreren Sälen, deren Fresken-Malerei Vasari selbst vorgenommen hat. Er war es auch, der Pläne lieferte für die Piazza Grande, die zum Ende des 16. Jahrhunderts geschaffen wurde. Damit hatte Vasari nicht nur einen gewaltigen „schrägen“ Platz geschaffen, sondern auch die Grundlage für ein wiederkehrendes Handels-Spektakel – den Antiquitätenmarkt von Arezzo, der für viele Touristen der besondere Grund ist, dieser Stadt einen Besuch abzustatten.

Vasari entwarf auch den Palazzo delle Logge an der Piazza Grande. Unter seinen Arkaden kann gemütlich bummeln, essen oder ein Eis schlecken.

Stadtpark

In der Nähe der Piazza Grande schließt sich der Stadtpark an – eine Oase zum Spazierengehen, von der aus sich ein unbeschreiblicher Blick über die Altstadt von Arezzo offenbart.

Anfiteatro romano di Arezzo

Vom Anfiteatro Romano sind nur noch wenige Mauerstücke erhalten. Das römische Amphitheaters emtstand im 2. Jahrhundert. Kaum vorstellbar, dass es früher bis zu 100.000 Besuchern Platz bot. Dennoch ein interessanter Platz in Arezzo.

Fazit

Bei einem Urlaub in der Toskana lohnt sich ein Abstecher nach Arezzo. Durch die vielen Sehenswürdigkeiten und den Antiquitätenmarkt ist die Stadt ein interessantes Ausflugsziel. Wer nicht direkt in Arezzo übernachten möchte, findet in Castiglion Fiorentino, Montevarchi und den vielen kleinen Dörfern der Umgebung ländliche Alternativen.

Auf der folgenden Seite finden Sie etliche Fotos zu den Sehenswürdigkeiten von Arezzo und eine sehr gut gemachte Kartenübersicht der Stadt.

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